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Geschichte und Gegenwart der Dorfkirche Grube

Die vermutliche Bauzeit ist 1745-46. Die Zahl 1745 erscheint auf der Wetterfahne. Der Altar trägt die Zahl 1746 mit den Initialen F.R. (Fridericus Rex, also Friedrich der Große). Der Name des Baumeisters sowie der genaue Einweihungstermin sind unbekannt. Die Inschrift der Bronzeglocke aus dem Jahre 1745 weist auf die Schlachten des Zweiten Schlesischen Krieges hin.

Aus der Bauzeit der Kirche sind der Kanzelaltar, das zu beiden Seiten angeordnete Patronats- und Pfarrgestühl erhalten. Die rückwärtige Empore stammt vermutlich aus der gleichen Zeit.

Instandsetzungsarbeiten sind aus den Jahren 1793 und 1821 aktenkundig. 1850 bis 1851 erfolgten umfassende Reparaturmaßnahmen am Äußeren und Inneren der Kirche. Vermutlich wurde hier erstmalig die barocke Farbfassung des Innenraumes verlassen.

1890 wurde die Orgel durch Karl Eduard Gesell errichtet, dem Gründer der heutigen Firma Schuke-Orgelbau. Die ursprünglichen Zinnpfeifen wurden im I. Weltkrieg 1917 durch Zinkpfeifen ersetzt.

Weitere Instandsetzungsarbeiten erfolgten 1887 und 1929. Die Farbgestaltung des Innenraumes wurde 1956 in Anlehnung an die Farbgebung des 19. Jahrhunderts erneuert.

Umfassende Renovierung

Nach Jahrzehnten des Verfalls mit zeitweiliger Sperrung der Kirche wurde Mitte der achtziger Jahre mit der umfassenden Wiederherstellung begonnen. Der Turm erhielt jetzt ein Kupferdach. Nach der politischen Wende erfolgte die Außen- und Fensterinstandsetzung. 1998 wurde der Innenanstrich erneuert. In den Jahren 2000 bis 2003 wurden in Abstimmung mit der Denkmalspflege abschnittsweise die Orgelempore, das Besuchergestühl und das Patronatsgestühl in enger Anlehnung an die barocke Farbfassung renoviert.

Im Jahr 2005 erfolgte nach ergänzenden Untersuchungen die Restaurierung des Kanzelaltars in der ursprünglichen barocken Farbfassung. Diese Arbeiten wurden durch das Amt für Denkmalpflege der Landeshauptstadt Potsdam gefördert. Am 17. Dezember wurde der renovierte Altar feierlich eingeweiht.

Im Frühjahr 2006 erfolgte die Generalinstandsetzung der Orgel. Die Finanzierung geschah größtenteils aus dem Fond der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam zur Erhaltung von Dorfkirchen in Brandenburg. Die Orgel erhielt jetzt wieder originalgetreu nach gefertigte Zinnpfeifen. Anschließend wurden die Fensteranstriche erneuert.

Im Juni 2006 feierte die Kirchengemeinde Grube das 260-jährige Bestehen unseres nunmehr vollständig renovierten Gotteshauses.

Friedhof längst aufgelassen

Von Anbeginn an war die Dorfkirche Grube ein Tochterkirche der Pfarrkirche Bornim (ebenso wie Golm). Seit 2002 bilden die Kirchengemeinden Bornim, Bornstedt, Eiche, Golm, Grube und Pfingst mit Sacrow den Pfarrsprengel der Nordregion Potsdam. Die Kirchengemeinde Grube ist mit 90 Kirchengliedern die kleinste Gemeinde des Sprengels.

Seit mehr als 100 Jahren finden auf dem Kirchhof keine Beisetzungen mehr statt. Der Friedhof der Kirchengemeinde Grube befindet sich seitdem etwa einen Kilometer außerhalb des Ortes an der Straße nach Schlänitzsee. Der Kirchhof wurde 1996 mit Gehölzen bepflanzt. Eine Freifläche wird in den Sommermonaten unter anderem für Geselligkeit nach den Musikveranstaltungen genutzt.

(Text: Wolfgang Schwericke)

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Geschichtsinteressierte können sich gern bei dem Kirchenchronisten Albert Schwericke (albert(at)schwericke.de) melden. Die Chronik ist bald erhältlich.

Letzte Änderung am: 26.08.2022